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Allianz senkt Kfz-Tarife
Zuerst die gute Nachricht: Kurz vor
der jährlichen Lawine der Versicherungswechsel ändert die Allianz ihre
Kfz-Tarife. Und jetzt die schlechte: Davon profitieren dürften nur einige
wenige - Beamte zum Beispiel, deshalb lohnt ein Kfz-Versicherungsvergleich
doppelt.
Die Allianz hat in der Autoversicherung die Tarife bei Neuabschlüssen für
zahlreiche Kundengruppen drastisch gesenkt und damit einen neuen Preiskampf
in der Branche eröffnet, wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) am
Freitag berichtet.
Neukunden können billiger einsteigen, deshalb einen
Kfz-Versicherungsvergleich durchführen
Nach ersten Berechnungen von Wettbewerbern führen die zum 1. September
eingeführten neuen Tarife für manche Neukunden zu Preissenkungen von mehr
als 30 Prozent. Mit der Preissenkung will sich Branchenführer Allianz gegen
den weiteren Verlust von Marktanteilen wehren, heißt es in dem Blatt. Dies
dementierte das Unternehmen aber umgehend. Unabhängig davon sichern Sie sich
mit einem Kfz-Versicherungsvergleich einen Marktüberblick.
Die Allianz wollte die genannten Zahlen nicht bestätigen. Bei einem neuen
Preissystem gehe es auch nicht um einen Kampf um Marktanteile, sagte ein
Allianz-Sprecher am Freitag in München. "Die Differenzierung innerhalb
unserer Autotarife wird größer", sagte der Sprecher lediglich. Bei dem neuen
Preissystem sollen künftig individuelle Faktoren bei Neuverträgen stärker
berücksichtigt werden. Es könnte also auch Kunden geben, für die ein
Neuvertrag teurer werde: "Merkmale wie Vielfahrer oder Wenigfahrer spielen
eine viel größere Rolle." Für bestehende Verträge sollen die Preise dem
Blatt zufolge nicht angepasst werden, ein Kfz-Versicherungsvergleich lohnt
sich dort doppelt, denn Sie können sofort überprüfen, ob ein Wechsel lohnt.
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Kfz-Versicherungsvergleich: Haben Sie die richtige Kfz-Versicherung? Der
Allianz-Sprecher bestätigte ebenfalls, dass es bei Beamten und Angestellten
des Öffentlichen Dienstes durchaus einen kleinen Bereich gibt, in dem die
neuen Tarife eine Preissenkung von bis zu 30 Prozent ausmacht. "Das Segment
macht aber weniger als ein Prozent unserer Kunden aus", fügte er hinzu.
Insgesamt habe der Konzern seine Tarife risikogerechter gestaltet. "Das kann
sich keiner leisten, dass er hier einen Preiskrieg entfacht." Bestehende
Verträge werden zudem nicht geändert.
Die Allianz hatte in Deutschland 2003 nach eigenen Angaben einen
Fahrzeugbestand von rund 8,8 Millionen, etwa 200.000 weniger als noch im
Vorjahr. Die direkten Beitragseinnahmen im Kfz-Bereich lagen bei annährend
vier Milliarden Euro.
Die anderen Versicherer sind sich in ihren Reaktionen nicht einig. Einige
Direkt-Versicherer wollen die Preissenkungen nicht tatenlos hinnehmen. "Wir
werden gelassen reagieren, aber wir werden reagieren", sagte Rolf-Peter
Hoenen, Chef des zweitgrößten Autoversicherers HUK-Coburg. Anders sieht das
die seit zwei Jahren auf dem Markt operierende Direct Line: "Wir sehen den
Vorstoß der Allianz sehr positiv, da potentielle Kunden für günstige
Kfz-Versicherungen stärker sensibilisiert werden," so eine Sprecherin.
Insofern hoffe Direct Line, von dem eröffneten Preiskrieg der Allianz
profitieren zu können.
Genaue Preisvergleiche werden schwierig, nutzen Sie z.B. einen
Kfz-Versicherungsvergleich
Von der angekündigten Preissenkung von bis zu 30 Prozent sieht sich die
Gesellschaft nicht bedroht. "Auch wenn wegen der Produktvielfalt ein genauer
Kfz-Versicherungsvergleich schwierig ist, sind wir immer noch 15 Prozent
günstiger als der Marktdurchschnitt". Direct Line zählt sich zu den fünf
günstigsten Autoversicherern in Deutschland und gehört zur britischen RBS
Insurance (vormals Direct Line Group), unter der die Royal Bank of Scotland
Group ihre Versicherungsunternehmen zusammengefasst hat. Die Versicherung
hat derzeit rund 14,5 Millionen Kunden - davon rund acht Millionen
Kfz-Kunden und 1,5 Millionen internationale Kunden. Nach eigenen Angaben ist
das Unternehmen größter Kfz-Direktversicherer Europas.
Beunruhigend für die Branche der Kfz-Versicherer dürfte eher sein, dass zum
ersten Mal seit drei Jahren der Umsatz im deutschen Kfz-Handel wieder
gesunken ist. Laut dem Statistischen Bundesamt ging der Umsatz im ersten
Halbjahr 2004 gegenüber dem ersten Halbjahr 2003 real um 3,5 Prozent zurück.
Zuletzt gab es im ersten Halbjahr 2001 einen Rückgang. Die Statistiker
führten die Negativentwicklung auf den Rückgang beim Kfz-Verkauf an private
Abnehmer um real 4,8 Prozent zurück. Im Großhandel mit Kraftfahrzeugen -
dieser umfasst den Verkauf von Fahrzeugen an gewerbliche Abnehmer - stiegen
dagegen die Umsätze real um 1,0 Prozent.
Quelle: Stern.de 17.09.2004 |